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Genro, Osho
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Was ist Zen?Die Grundlage von Zen ist Leerheit (Shunyata) und das realisieren von Nicht-Selbst. Diese beiden Begriffe sind in unserem westlichen Denken nicht vorhanden und daher relativ schwer zu begreifen.
Durch die Kunst des Zazen können wir sie jedoch durch direkte Einsicht verstehen lernen und in unser Leben einbeziehen. Erst dann, wenn wir erkannt haben, dass alle Dinge leer sind und unser Ich
eine Illusion ist, und wir diese Erfahrung auch in unser Leben einbringen, haben wir das innerste Wesen von Zen realisiert. Es heißt, dass Zen leicht zu üben ist, es aber sehr schwer sei, darüber zu sprechen.
Dieser Achtfache Pfad empfiehlt uns eine Lebensführung, die sich an acht Zielsetzungen orientiert: Wie Zen uns vom Leid befreien kann Zen kann uns also helfen, uns von Dukkha zu befreien. Der Weg dazu führt über Zazen, die Übung der Meditation Ein wenig Zen-Geschichte: Warum Bodhidharma nach Osten ging...Es war der indische Mönch Bodhidharma, der im 6. Jahrhundert unter damals sehr schwierigen Reiseverhältnissen nach China kam. Er ließ sich in dem noch heute existierenden, weltbekannten Kloster Shao Lin (Kung Fu) nieder. Der Legende nach meditierte er neun Jahre lang vor einer Felswand. Bodhidharma wird als Begründer und erster Patriarch, heute sagen wir Urvater, der Ch´an- bzw. Zen-Tradition angesehen. Bodhidharma muss ein sehr außergewöhnlicher Mönch gewesen sein, da seine Art den Buddhismus zu praktizieren nicht der gängigen Praxis entsprach und doch zu einer starken und einflussreichen Tradition wurde. Zu jener Zeit widmete man sich vor allem dem Studium und der Auslegung der Schriften, während die Meditation vernachlässigt wurde. Das Schwergewicht lag also auf dem intellektuellem Verständnis und nicht auf der direkten Erkenntnis der Wirklichkeit. Bodhidharma lehnte diese theoretischen Spekulationen ab. Er zog die unmittelbare Seinserfahrung in der Meditation vor. Damit folgte er Shakyamuni Buddha, der ja durch Dhyana (Meditation) zum vollen Erwachen (Erleuchtung) gelangt war. Diese Rückbesinnung auf die schöpferische Kraft der Meditation wurde bald auch von anderen Mönchen angenommen. Die neue Richtung nannte sich Ch’an - die chinesische Form des Sanskritwortes Dhyana (Meditation). Als Ch’an nach Japan kam, wurde es mit Zen übersetzt. Rinzai "modernisiert" ZenDer 6. Patriarch, ein Chinese namens Hui-Neng (638-713), trat später als bedeutendste Persönlichkeit des Ch’an hervor und gilt als eigentlicher Vater des Zen, so wie wir es heute kennen. Er ist es auch, der Zen aus seiner traditionellen klösterlichen Prägung löste und ihm die Freiheit von allen philosophischen und religiösen Bindungen verlieh. Er betonte, dass es nicht notwendig sei, ein von der Welt abgekehrtes Leben als Mönch oder Nonne zu führen, um zur höchsten Erkenntnis zu kommen.
Ein Hui-Neng zugeschriebener Vers beschreibt das Wesen des Zen: Frei von Illusionen leben
Ziel der Zen-Praxis ist es also, das eigene wahre, vollkommene Wesen zu erkennen, das jeder von uns in sich trägt - im Zen das "wahre Selbst" oder "Wesennatur" genannt. Zu dieser Erkenntnis finden wir vor allem durch das Üben von Zazen und durch stetige, aufrichtige Geistesarbeit an uns selbst. So bringen wir allmählich unser unvollkommenes Bewusstsein zur Vervollkommnung und erkennen die Wirklichkeit. Diese Erkenntnis ermöglicht es uns schließlich, frei von Illusionen und ihren leidvollen Verkettungen zu leben.
Koans – sprachliche Rätsel als GeistestrainingDer chinesische Meister Lin-Chi (japanisch Rinzai), der im 9.Jahrhundert lebte, ist der Begründer der später nach ihm benannten Zen-Schule, der auch das Bodhidharma Zendo folgt. Es waren Lin-Chis Persönlichkeit und seine hervorragenden Lehrreden, durch die Zen eine neue Prägung erhielt – nicht zuletzt durch die Betonung der Koan-Praxis. Koan heißt wörtlich übersetzt: öffentliches Zeugnis, Urkunde.
Ursprünglich waren die Koans eine Sammlung von Mondos - Streitgesprächen zwischen Lehrer und Schüler oder unter fortgeschrittenen Mönchen. Heute ist ein Koan eine vom Meister gestellte Frage bzw. ein Problem, das der Schüler oder die Schülerin lösen soll. Das Wesen eines Koans besteht darin, dass es so formuliert ist, dass die Schüler mit rein logischem und analytischem Denken zu keiner Lösung kommen können. Erst wenn es ihnen gelingt, über ihr dualistisch begrenztes Bewusstsein hinauszugehen, kann durch intuitive Einsicht die Antwort gefunden werden.
Die Arbeit mit Koans dient der persönlichen Unterweisung durch den Lehrer und ist ein gutes Geistestraining für die Schüler. Sie erfolgt hauptsächlich während eines Sesshins in Zusammenarbeit mit einem Zen-Meister oder einer Zen-Meisterin.
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